Die Ruetz & der Oberbergbach im Stubaital (A) - erstklassig bewirtschaftet

26.04.2022 15:39

Zugegeben, in Österreich ist es nicht immer ganz einfach, an Tageskarten für interessante Fischgewässer zu kommen. Oft befinden sich die Reviere in Besitz von Gasthöfen und Hotels, die eine Übernachtung zwingend vorsehen. In anderen Fällen sind die Preise so hoch, dass sie für Otto-Normalverbraucher nicht leistbar sind oder aber es gibt nur eine begrenzte Anzahl an verfügbaren Tageskarten, im schlimmsten Fall gar keine.

Umso erfreulicher war es, im letzten Herbst (2021) ein Revier befischen zu können, das ganz und gar nicht dem gängigen Klischee der Fischereibewirtschaftung in Österreich entspricht und zudem praktisch ums Eck liegt. Ich spreche von der Ruetz, dem Hauptgewässer des Tiroler Stubaitals sowie vom Oberbergbach, einem kleinen Zubringer auf der orografisch linken Seite.

1. Warum sind die Ruetz und der Oberbergbach so interessante Fischgewässer?

Kurz und knapp: das Revier hat uns sehr überrascht, und zwar äußerst positiv!

Erstens beheimatet es einen außergewöhnlich hohen, hochwertigen und vielfältigen Wildfischbestand aller Altersklassen. An den beiden Tagen, in denen wir im Revier im Früherbst unterwegs waren, konnten wir eine Unmenge (nicht übertrieben) an Bachforellen und Äschen überlisten, auch einige Rebenbogenforellen, und im Oberbergbach zahlreiche wunderbar gezeichnete Bachsaiblinge. Die Durchschnittsgröße der von uns gefangenen Fische in der Ruetz betrug 25-40 cm, im Oberbergbach rund 15-30 cm. In der Ruetz sind allerdings Fänge von Flossenträgern mit über 40 cm Länge gar nicht selten...

Bachforelle Ruetz

Wunderschön gezeichnete wilde Bachforelle aus der Ruetz, überlistet mit der beschwerten Nymphe TCO526

Ruetz Fang Bachforelle

Kleine Ruetz-Bachforelle vor dem vorsichtigen Zurücksetzen

Zweitens ist das Revier bestehend aus Ruetz und Oberbergbach praktisch für jedermann zugänglich. Die Catch & Release Tageskarte für das gesamte Revier kostet lediglich 35 €. Das Fischereirecht befindet sich im Eigentum der öffentliche Hand, sprich der Gemeinde Neustift. Der Fischereiverein Neustift, vertreten durch den Bewirtschafter Reinhard Siller ist für die Bewirtschaftung des Reviers zuständig.

Wobei wir beim dritten Pluspunkt wären. Der Fischereiverein Neustift zeichnet sich durch eine innovative und nachhaltige Bewirtschaftung des Revieres aus. Weitestgehend wird mit Wildfischbeständen "gearbeitet", also mit der natürlichen Produktivität der Gewässer. Und zum Glück wird schon seit Jahren auf umfassende Besatzmaßnahmen mit Adultfischen verzichtet. Weiters ist der junge Ausschuss des Vereins sehr umtriebig und besonders um die Nachwuchsarbeit bemüht. Rund 1/3 der über 120 Vereinsmitglieder sind Kinder, denen an der vereinseigenen Teichanlage in Gemoch ein fischgerechtes Fischen und der Respekt vor den Wasserlebewesen vermittelt wird. Außerdem legt der Verein Wert darauf, den jungen Petrijüngern das Fliegenfischen beizubringen und schmackhaft zu machen.

Viertens ist das Revier mit einer Gesamtgewässerlänge von rund 28 Kilometern riesengroß und sehr abwechslungsreich. So groß, dass es uns trotz zweier Tage Aufenthalt zeitlich nicht möglich war, sämtliche Abschnitte zu befischen.

Fünftens spricht die sehr gute Erreichbarkeit ebenfalls für sich. Die talseitige Reviergrenze befindet sich nur wenige Autominuten nach der Brennerautobahn-Ausfahrt Schönberg nördlich von Innsbruck. Somit ist das Revier für Fischer aus Tirol und Südtirol in kurzer Zeit erreichbar, aber selbst vom Trentino oder von Bayern aus theoretisch noch als Tagesausflug möglich. Ehrlich gesagt wäre es aber schade, nur einen Tag an diesem beeindruckenden Fischwasser verbringen zu können.

Etwas längere Drohnenaufnahme der Ruetz oberhalb der Einmündung des Oberbergbaches; die typische Gewässerstruktur der Ruetz ist bei Niederwasser gut erkennbar

2. Allgemeine Infos zur Ruetz (Revier Nr. 2041)

Wie erwähnt ist das Revier (Nr. 2041) mit einer Gesamtlänge von 28 Kilometern sehr groß. Es besteht aus der rund 19 km langen Ruetzstrecke von der Ortschaft Neder (talseitige Reviergrenze) bis zur bergseitigen Reviergrenze in Mutterberg (Talstation Stubaier Gletscherbahn) sowie dem gesamten rund 9 km langen Oberbergbach, der bei der Ortschaft Milders orografisch links in die Ruetz mündet. Wir haben dem Oberbergbach das 3. Kapitel dieses Blogbeitrages gewidmet.

Die Ruetz führt abschnittsweise relativ schnelles Wasser und ist teilweise ziemlich verwachsen. Für absolute Fliegenfischen-Anfänger ist sie also weniger gut geeignet. Im Frühjahr und Herbst führt sie mit 3-5 m³/s wenig Wasser, ideal auch zum Fischen mit der Trockenfliege. Im Sommer ist der Wasserstand wegen der Schneeschmelze im Hochgebirge naturgemäß deutlich höher, nun ist die beschwerte Nymphe ideal. Die Gewässerbreite beträgt bis auf die aufgeweiteten Bereiche meist zwischen 8 und 10 Metern. Entlang des gesamten Verlaufs gibt es immer wieder kleinere Parkmöglichkeiten mit guten Zustiegsmöglichkeiten ins 1-3 m eingetiefte Bachbett. Allerdings sollte man trittsicher unterwegs sein.

Ruetz Stubaital Fliegenfischen

Charakteristisches Bild der Ruetz an einer vielversprechenden Stelle bei Milders (Geodaten: 47.099330, 11.289605), mit Parkmöglichkeit

Ruetz Stubaital Fliegenfischen

Niederwassersituation im Frühherbst, ideal zum Fliegenfischen. Die Ruetz aus der Vogelperspektive rund 200 Meter oberhalb der Einmündung des Oberbergbaches (Geodaten: 47.100963, 11.291215)

Einige Videoeindrücke der Ruetz bei Niederwasser, Anfang und Mitte Oktober 2021, ideale Bedingungen zum Fliegenfischen

Etwas erfahrenere Fliegenfischer, die es gewohnt sind, vielversprechende Bereiche gründlich abzufischen, sollten sich unbedingt mehrere Tage Zeit nehmen, sofern sie das gesamte Revier gemütlich erkunden möchten. Da das Stubaital auch Nichtfischern eine großartige Naturkulisse bietet, ist es naheliegend, den Fliegenfischertrip mit einem Familienurlaub zu kombinieren…

Wir waren Anfang und Mitte Oktober im Revier unterwegs, hatten also zwei Tage Zeit, die Ruetz und den Oberbergbach zu erkunden. Und die Zeit hat bei weitem nicht gereicht. Vor allem Anfang Oktober, an einem typischen Altweibersommertag, waren die Bedingungen ideal, wodurch wir abschnitts- und zeitweise nach jedem vierten oder fünften Wurf einen Fisch am Haken hatten. Man kann sich gut vorstellen, mit einer derart hohen Anzahl an Fängen nicht wirklich schnell weiterzukommen bzw. weiter zu wollen.

Der Kescher war praktisch im Dauereinsatz, vor allem während unseres ersten Aufenthaltstages, Anfang Oktober 2021, an einem typischen Altweibersommertag

Dank der ortskundigen Hilfe von Reini (Reinhard Siller), dem stellvertretenden Obmann des Fischereivereins Neustift, ist es uns dann aber doch gelungen, einige der repräsentativsten und vielversprechendsten Abschnitte zu befischen, zumindest kurz. Nur für den Oberlauf der Ruetz bzw. die letzten 7-8 Kilometer hat die Zeit dann doch nicht gereicht…Reini steht übrigens auch als Guide zur Verfügung und kennt das Revier natürlich wie seine Westentasche. Falls du wenig Zeit mitbringst, lohnt es sich, von Reini an die vielversprechendsten Stellen geführt zu werden.

FV Neustift Reinhard Siller

Reini (rechts) vom Fischereiverein Neustift hat sich die Zeit genommen, uns einige der tollsten Plätze der Ruetz und des Oberbergbaches zu zeigen

Bis auf den Abschnitt, den wir im Kapitel 2.5 vorstellen, haben wir die Ruetz mit der klassischen beschwerten Nymphe befischt, den Oberbergbach hingegen nur mit der Trockenfliege. Natürlich stehen im Herbst bei milder Witterung auch in der Ruetz die Chancen sehr gut, mit der Trockenfliege (Suchfliege) erfolgreich zu sein. Wie gesagt hat die Zeit leider bei weitem nicht gereicht, um im selben Abschnitt sowohl die Trockenfliege als auch die Nymphe zu testen.

Tipp: Da die Ruetz im Hochsommer ab dem späten Vormittag trübes Gletscherwasser (Stubaier Gletscher) führen kann, ist es ab der Mittagszeit geboten, auf den Oberbergbach auszuweichen.

Nach Lesen dieses Blogbeitrages solltest du genügend Informationen und Anhaltspunkte haben, um sowohl die Ruetz als auch den Oberbergbach selbständig befischen bzw. auf eigene Faust erkunden zu können. Da die Mitglieder des Fischereivereins Neustift sehr hilfsbereit und zuvorkommend sind, ist es aber durchaus sinnvoll, sich im Vorfeld bei Reini oder seinen Vorstandskollegen über die aktuellen Gewässerbedingungen zu informieren.

Die Unterteilung des Revieres in die folgenden Abschnitte ist willkürlich beruht auf keinen tatsächlichen internen "Grenzen". Vielmehr handelt es sich um Abschnitte, die sich ziemlich stark voneinander unterscheiden und deshalb aus unser Sicht getrennt vorgestellt gehören. Teilweise sind es auch nur interessante Spots, mal kürzer, mal länger. Halte dir bitte auch vor Augen, dass wir aufgrund der Reviergröße und des Zeitmangels nur einen Teil des Revieres gesehen bzw. befischt haben. Es gibt als noch zig andere vielversprechende Stellen, die wir nicht gesehen haben…

Achtung: wir haben die Ruetz bei Niedrigwasser im Frühherbst befischt. Natürlich sind die Bedingungen im Sommer komplett anders, weil die Ruetz dann deutlich mehr Wasser führt. Vor allem beim Waten ist dann erhöhte Vorsicht geboten! Hier kannst du den Pegelstand der Ruetz in Echtzeit abrufen, um abzuschätzen, wie die Bedingungen der Ruetz gerade sind.

Ruetz Gabriele

Die meisten Fotos und Videos dieses Blogbeitrages stammen übrigens von Gabriele (1000Flies-Crew), hier auf der Oberissalm

2.1 Abschnitt 1: Die Ruetz von der talseitigen Reviergrenze bei der "Zeggerbrücke" bis oberhalb zur Einmündung des Pinnisbaches (300 m)

Eigentlich wollten wir den Anfang des Revieres gar nicht befischen. Er ist sehr leicht zugänglich und nicht verwachsen - normalerweise ein Indiz für einen überfischten Abschnitt. Aber weit gefehlt, selbst in diesem knapp 300 Meter kurzen Abschnitt, der sich wegen der fehlenden Ufervegetation deutlich vom Rest des Revieres unterscheidet, konnten wir einige sehr schöne Flossenträger überlisten (Bachforellen, Äschen und Regenbogenforellen).

talseitige Reviergrenze der Ruetz

Blick von der "Zeggerbrücke", der talseitigen Reviergrenze, taleinwärts; im Bild links unten versteckt, der erste Biss

Der Anfang des Revieres ist nicht verwachsen, was das Werfen für Fliegenfischen-Anfänger deutlich erleichtet. Blick taleinwärts

Der Einstieg ins Bachbett ist im Abschnitt 1 überall problemlos möglich. Da orografisch rechts keine Ufervegetation vorhanden ist, fällt das Werfen auch Anfängern leicht

Regenbogenforelle auf Springernymphe beim Keschern. Hier ist der Überkopfwurf problemlos möglich

Auf dieser kurzen Videoaufnahme sind die Verhältnisse bei Niederwasser sowie die Gewässerstruktur im untersten Revierabschnit gut zu erkennen

Schön gezeichnete Bachforelle, überlistet mit der Springernymphe am Seitenarm

Falls du Anfänger bist, dich also nicht in einem verwachsenen Bachbereich ärgern möchtest, dich Fußgänger aber nicht stören, solltest du in diesem Abschnitt dein Glück versuchen. Besonders der Bereich zwischen einer hölzernen Fußgängerbrücke (Geodaten: 47.120004, 11.323247) und der Mündung des kleinen Pinnisbaches (Geodaten: 47.119677, 11.323302) beherbergt sehr schöne Wildfische.

Videoaufnahme vom Mündungsbereich des Pinnisbaches oberhalb der hölzernen Fußgängerbrücke; dieser Hotspot der Ruetz ist besonders Fischreich und sehr leicht zu befischen

2.2. Abschnitt 2: Die Ruetz in Neustift - von der Einmündung des Pinnisbaches bis zum Hotel Jagdhof (ca. 2,5 km)

Müsste man die Ruetz kurz und bündig zusammenfassend charakterisieren, würden man sich wohl für ein Bild aus diesem Abschnitt entscheiden.

Der kostenlose Parkplatz bei den Erlerliften (Seilbahn) in Neustift (Geodaten: 47.111079, 11.312786) ist der ideale Ausgangspunkt, um diesen recht langen Abschnitt der Ruetz ausgiebig zu erkunden. Hier haben wir auch am meisten Zeit verbracht und zahlreiche Fische überlisten können.

Es gibt genügend Zustiegsmöglichkeiten ins eingetiefte Bachbett. Durch das tiefer liegende Bachbett bekommt man vom Umfeld praktisch nicht mit, obwohl man eigentlich mitten in Neustift unterwegs ist. Man kann ungestört fischen, bald schon stellt sich ein wohliges Gefühl der Ruhe ein…

Auch in diesem Abschnitt gibt es immer wieder gute Zustiegsmöglichkeiten ins Bachbett. Blick von Neustift Richtung Lämpermahdspitze (2595 m)

Obwohl man praktisch "in" Neustift fischt, ist man beim Fischen ungestört; hier eine Engstelle mit etwas stärkerer Strömung

Es wechseln sich dicht und weniger dicht bewachsene Uferabschnitte ab - teilweise ragen die Erlen auch tief ins Gewässer hinein. Da zudem das Wasser recht schnell fließt, sollte man in diesem Abschnitt kein blutiger Anfänger sein. Man sollte imstande sein, die Schnur im Wasser zu menden und auch etwas schwierigere Stellen zielgenau zu erreichen - Weitwürfe sind aufgrund der Ufervegetation aber nicht notwendig, weil nicht möglich.

Ruetz

Sehr vielversprechende Stelle, allerdings unter einem "Tunnel" aus Pflanzen - nur wenige Abschnitte sind so stark verwachsen

Diese kurze Videoaufnahme vermittelt einen guten Eindruck der Wasserverhältnisse Anfang Oktober sowie der Gewässerstruktur des zweiten Abschnittes

Am besten lässt sich die Nymphe mit dem Rollwurf und seinen Varianten anbieten - wir haben mit zwei Nymphen, also mit einer Hauptnymphe und einem "Springer" sehr gute Erfahrungen gemacht. Kleinere Muster mit Tungstenperle auf Hakengröße zwischen 14 und 16 haben sich als sehr fängig erwiesen. Reini fischt hingegen oft nur mit einer Nymphe, er weiß aber auch wo jeder Fisch steht 😉!

Ruetz Fliegenfischen

Beobachten dess Bissanzeigers der abdriftenden Nymphe in einem wenig verwachsenen Bereich des Abschnittes 2

Ein Lokalmatador wie Reini kennt natürlich auch die besten Abschnitte des Gewässer und kann diese gezielt aufsuchen. Aber auch ohne Guide kann man hier angesichts des Fischdichte nicht wirklich viel falsch machen, sofern die Witterung und die Wasserbedingungen passen. Wir haben uns langsam das Bachbett entlang bergwärts vorgearbeitet, der Seite entlang und bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr als bis zu den Knien tief im Wasser.

Ruetz

Waten ist im Uferbereich problemlos möglich, am besten kommt man mit Rollwürfen zurecht

Fast überall dort, wo man einen Fisch vermuten würde, ist tatsächlich ein Biss erfolgt - ohne Übertreibung. Wie gesagt, die Fischdichte in der Ruetz ist verblüffend hoch und Anfang Oktober waren die Bedingungen sicher auch perfekt! Dass aber manchmal auch wenig bis nichts geht, liegt auf der Hand und hat mir Reini auf Nachfrage auch bestätigt...

Ruetz Regenbogenforelle

Bei dieser schönen und kampfstarken Regenbogenforelle hat es geklappt

Ruetz

Unter dieser hölzernen Fußgängerfbrücke (Geodaten: 47.113223, 11.317641) ist uns ein kapitaler Flossenträger durch die Lappen gegangen

Ruetz Äsche

Die Ruetz beherbergt eine erstaundlich hohe Dichte an Äschen aller Altersklassen

Die recht kleine Äsche hat sich beim klassischen Nymphenfischen mit Bissanzeiger überlisten lassen

Vorsicht beim Waten und eine gewisse Trittsicherheit sind unabdingbar. Ab und zu gibt es auch engere Passagen mit dementsprechend mehr Strömung.

Ruetz Fliegenfischen Neustift

Bei Niederwasser wie Anfang Oktober ist Waten kein Problem, sofern man trittsicher unterwegs ist

Eine weitere gute Parkmöglichkeit bzw. Ausgangspunkt stellt der kostenlose Parkplatz beim Freizeitzentrum Neustift (Geodaten 47.107847, 11.303709) dar. Keine Sorge, wir befinden und hier zwar schon Richtung Ende des von uns vorgestellten Abschnittes 2.2, aber natürlich kann die Ruetz ohne Unterbrechung einfach weiter taleinwärts befischt werden - nur für uns hat die Zeit nicht gereicht. Allein in dem von uns befischten, rund 2,5 km langen Teilabschnitt der Ruetz kann man gut und gerne einen Tag lang fischen, ohne dass es eintönig würde.

Kurze Drohnenaufnahme vom zweiten Abschnitt unterhalb von Neustift mit Blick talauswärts Richtung Ortschaft Neder

2.3. Abschnitt 3: Die Sperrenstaffel der Ruetz nach Milders (ca. 1 km)

Als wir am ersten Tag mit dem Auto taleinwärts gefahren sind, hat uns eine Sperrenstaffel der Wildbachverbauung in der Ruetz gleich nach der Ortschaft Milders neugierig gemacht. Bei näherer Betrachtung hat sich herausgestellt, dass dieser Abschnitt (Geodaten: 47.091190, 11.279982) ein große Habitatsvielfalt aufweist, da zwischen den einzelnen Sperren große Zyklopensteine in unregelmäßigen Abständen für unterschiedliche Gewässertiefen und Strömungsgeschwindigkeiten sorgen. Zudem dürften die Sperren für Adultfische passierbar sein, zumindest für Forellen.

Ruetz Sperrenstaffel Milders

Die Sperrenstaffel nach Milders am Vormittag, noch im Schatten. Zwar verbaut, aber mit einer sehr interssanten Gewässerstruktur, vor allem für kapitale Flossenträger

Ruetz Sperrenstaffel Milders

Tiefe und weniger tiefe Bereiche, Kehrwasser, abwechselnde Strömungen und unterschiedliche Wassertiefen wechseln sich in der Sperrenstaffel ab

Ruetz Sperrenstaffel Milders

Mehr oder weniger große Zyklopensteine sorgen immer wieder für einen abwechslungsreichen Fischlebensraum zwischen den eingebauten Wildbachsperren

Ruetz Sperrenstaffel Milders

Gut strukturierter Lebensraum zwischen den Wildbachsperren. Aufnahme am späten Vormittag, nun mit Sonneneinstrahlung

Also haben wir Mitte Oktober, am zweiten Tag unserer Aufenthaltes an der Ruetz, die Gelegenheit genützt, ein paar Würfe zu machen. Genauer gesagt haben wir uns eine Stunde Zeit dafür genommen.

Ruetz Sperrenstaffel Milders Fliegenfischen

Hier muss doch eine Kapitale stehen!?

Und die Überraschung war groß, ausnahmsweise im negativen Sinn. Fangverwöhnt von unserem ersten Aufenthalt an der Rutz knapp zwei Wochen vorher bzw. von den anderen Bereichen, konnten wir in diesem Abschnitt keinen einzigen Fisch überlisten, nada, nichts. Wir hätten schwören können, dass dieser Bereich der Ruetz aufgrund der oben geschilderten Eigenheiten die kapitalsten Fische des Reviers beinhaltet. Zumal es nicht ganz ungefährlich ist, die Böschungsmauern runter zu kraxeln und deshalb davon auszugehen ist, dass hier nicht allzu viele Fischer unterwegs sind.

Wir werden diesen Bereich sicher nochmals befischen und auch Reini fragen, was es mit diesem Abschnitt auf sich hat; leider haben wir das während unseres Aufenthaltes im Eifer des Gefechts vergessen. Wer weiß, vielleicht hat lediglich der Zeitpunkt nicht gepasst…

2.4. Abschnitt 4: Die Geschiebesperre / Wildholzsperre der Ruetz vor Gasteig (ca. 100 m)

Mehr als um einen Abschnitt, handelt es sich hier um einen klassischen Hotspot. Die in die Ruetz verbaute Geschiebe- bzw. Wildholzsperre hat dazu geführt, dass sich ein interessanter aufgeweiteter Gewässerabschnitt herausgebildet hat, mit bissfreudigen Flossenträgern.

Ruetz Geschiebesperre Gasteig

Aufgrund der Geschiebesperre hat sich bergseits ein schöner Gewässerabschnitt herausgebildet. Blick taleinwärts

Der Hotspot ist über eine Schotterrampe (Geodaten: 47.077463, 11.261932) sehr leicht erreichbar und besteht aus einem großen Kolk am oberen Ende der Aufweitung sowie der mäandrierenden Ruetz in Richtung Auslauf bzw. Sperre.

Ruetz Geschiebesperre Gasteig

Großer und teilweise ziemlich tiefer Kolk mit beißfreudigen Bachforellen

Der Kolk lässt sich auch von Anfängern sehr leicht befischen, da es keine Wurfhindernisse gibt. Ebenfalls die Ruetz in Richtung Auslauf Sperre - hier solltest du allerdings darauf achten, das Gewässer nicht selbst zu trüben, wenn du auf die orografisch rechte Seite wechselst (besser geeignet zum Anpirschen). Und Achtung, um die Flossenträge nicht zu vergrämen, ist vorsichtiges geducktes Heranpirschen unabdingbar.

Ruetz Geschiebesperre Gasteig

Die Ruetz Richtung Sperrenauslauf ist auch mit der Trockenfliege spannend

Trotz unsers Blitzaufenthaltes konnten wir sowohl im Kolk als auch im Auslauf vor der Sperre einige Bachforellen überlisten.

Ruetz Geschiebesperre Gasteig

Wunderschöner Wildfisch mit besonders markanten Flossen

Fazit: Obwohl der Hotspot nur rund 100 Meter lang ist und wir aufgrund der leichten Zugänglichkeit voreilig von einem überfischten Abschnitt ausgegangen sind, lohnt es sich auf jeden Fall, die Fliege/Nymphe einige Male auszuwerfen.

2.5. Abschnitt 5: Die renaturierte und aufgeweitete Ruetz bei Klaus Äule (ca. 700 m)

Weiter taleinwärts gibt es einen rund 700 Meter langen Abschnitt in welchem die Ruetz vor Jahren renaturiert und aufgeweitet wurde. In Folge hat sich eine traumhafte Flusslandschaft mit Schotterbänken herausgebildet, die gewässerökologisch eine große Bedeutung hat, weil sie als Laichhabitat sowie als Kinderstube für Äschen und Bachforellen fungiert.

Ruetz renaturiert bei Mischbach Alm

Traumhafte Flusslandschaft im Frühherbst bei Niederwasser

Nachdem wir geparkt (Geodaten 47.055341, 11.241169) und einen ersten Blick aufs Gewässer geworfen haben, wird uns klar, dass hier die Trockenfliege die erste Wahl ist. Vor allem da in einem Kehrwasserbereich in der Hauptströmung das Steigen von einigen Flossenträgern auszumachen ist.

Ruetz renaturiert bei Mischbach Alm

Beim Fliegenfischen mit der Trockenfliege auf steigende Äschen

Gesagt, getan, und schon beim dritten Wurf kommt der ersehnte Biss. Anschlag, und … weg ist sie. Zu früh angeschlagen, vermutlich eine schöne Äsche. Leider…Dasselbe passiert dann noch zwei Mal, etwas weiter bachaufwärts. Hier scheinen es sich besonders Äschen gemütlich eingerichtet zu haben.

Weiter flussaufwärts, in einem etwas flacheren Bereich mit einem markanten Laubbaum am Ufer (Geodaten 47.052874, 11.241001), lassen sich praktisch bei jedem Wurf kleinere Äschen, um die 15 -20 cm lang, von unserer schwarzen Sedge-Trockenfliege verführen. Ein weiterer Beleg dafür, dass dieser Abschnitt für die Reproduktion der Äsche bzw. für die Juvenilstadien eine wichtige Rolle spielt.

Neben dem landschaftlichen Aspekt lohnt dieser Abschnitt auch fischereilich sehr. Die tieferen Rinnen, wie z.B. in dieser markanten Innenkurve (Geodaten 47.053390, 11.241718), beherbergen auch größere Flossenträger, die sich mit der Trockenfliege wunderbar überlisten lassen. Kurzum ist dieser Abschnitt der Ruetz ein Eldorado für Liebhaber der leichten Trockenfliegenfischerei.

Ruetz renaturiert bei Mischbach Alm

Weit und breit kein Wurfhindernis - ideal für Fliegenfischer-Anfänger. Gut erkennbar die unterschiedliche Gewässertiefe

Ruetz Fliegenfischen Bachforelle

Diese Bachforelle hat sich von unserer Trockenfliege täuschen lassen

Drohnenaufnahme vom aufgeweiteten Bereich bei Klaus Äule; fürs Auge ausgesprochen faszinierend und ideal zum Wässern der Trockenfliege

Für Anfänger eignet sich diese Strecken ebenfalls sehr gut, da es so gut wie keine Wurfhindernisse gibt und zudem eine Menge Rückraum zur Verfügung steht. Aber Vorsicht, auch hier sind die Fische sehr schnell vergrault. Bewege dich am besten langsam und geduckt vorwärts und halte genügend Abstand von den vielversprechendsten Stellen. Etwas weitere Würfe und so wenig Leerwürfe als möglich tragen garantiert zu mehr Bissen bei.

Und mache es besser als wir, was das Anschlagen beim Anbeißen von Äschen betrifft: kommt der Anschlag zu früh, ist die Äsche sicher nicht gehakt. Reini hat mitleidig geschmunzelt, als es uns einige Male passiert ist…

Ruetz renaturiert bei Mischbach Alm

Auch der Bereich im Anschluss auf die Aufweitung ist sehr interessant; blick talwärts

Tipp: Am besten sondierst du auch noch den Bereich, der bachabwärts an die Aufweitung anschließt, also unterhalb der Brücke der Stubaital Straße N. 183 (Geodaten: 47.055779, 11.240808).

3. Allgemeine Infos zum Oberbergbach (Revier Nr. 2041)

Wie erwähnt gehört der Oberbergbach zum selben Revier Nr. 2041, somit kannst du problemlos zwischen der Ruetz und dem Oberbergbach wechseln, auch am selben Tag.

Der Oberbergbach unterscheidet sich komplett von der Ruetz. Vor allem der oberste Bereich auf knapp 1800 Metern Meereshöhe ist sehr idyllisch gelegen und in einer atemberaubenden Naturkulisse eingebettet. Dieser Gebirgsbach mit relativ geringer Wasserführung und einer Breite von 2-4 Metern ist großteils wenig verwachsen und lässt sich im Sommer und Herbst ideal mit der Trockenfliege befischen.

Da der Oberbergbach nicht gletscherbeeinflusst ist, kann er auch im Hochsommer meist gut befischt werden. Nach Niederschlägen bzw. Sommergewittern klart er schnell wieder auf.

Die Forststraße, welche parallel zum Oberbergbach verläuft, kann ohne Sondergenehmigung mit einem normalen PKW befahren werden und bietet genügend Haltemöglichkeiten, um an unterschiedlichen Stellen ins Bachbett einsteigen zu können.

Insgesamt ist der Oberbergbach rund 9 km lang, wir haben den obersten Teil ausgiebig sowie den mittleren Teil kurz befischt.

Drohnenaufnahme vom obersten Bereich des Oberbergbaches, mitte Oktober - der Winter steht vor der Tür

3.1 Der oberste Bereich des Oberbergbaches, ein Naturjuwel (1 km)

In rund 15 Autominuten von Milders aus erreicht man den Parkplatz der Oberissalm (Geodaten: 47.092490, 11.192788). Nur gut 100 Meter davon entfernt befindet sich eine Naturperle, die ihresgleichen sucht.

Der noch sehr kleine Oberbergbach schlängelt sich hier mit seinen noch kleineren Seitenarmen durch eine flache Hochebene, eingebettet in Schotterbänke und umgeben von einem Hochmoor (Geodaten: 47.092490, 11.192788). Der Bereich, der zugleich die obere Reviergrenze bildet, ähnelt in Miniaturformat einer mäandrierenden urigen Flusslandschaft.

Oberbergbach Fliegenfischen

Die obere Reviergrenze des Oberbergbaches auf knapp 1800 besteht aus einer faszinierenden Naturlandschaft

Landschaftlich wunderschön, aber in diesem Rinnsal sollen Fische sein? Das sind meine ersten Gedanken, als mir Reini den Vortritt lässt, einige Würfe mit der Trockenfliege zu versuchen.

Oberbergbach Fliegenfischen

Reini (links) gibt aus sicherer Distanz noch letzte Tipps zum Standort der besten Fische

Wie (fast) immer montiere ich meine schwarze Sedge und mache dann, aus ehrfürchtiger Distanz, einige wenige Leerwürfe, um die Fliege schließlich knapp vor der Uferkante zu servieren. Sie treibt einige wenige Zentimeter ab und dann "Bumm", ein für diese Höhenlage und die Wasserführung kapitaler Bachsaibling von rund 30 Zentimeter nimmt die Imitation ungestüm und hängt!

Oberbergbach Fliegenfischen

Der erste schöne Bachsaibling während des Drills

Oberbergbach Bachsaibling

...und danach - wunderschöner Bachsaibling in prächtigen Farben, ziemlich kapital für die Höhenlage von fast 1800 Metern

Und es sollte nicht bei diesem einen Saibling bleiben. Praktisch alle vielversprechenden Bereiche sind von fressfreudigen Bachsaiblingen bewohnt,  zwischen 15 und 30 Zentimetern groß, allesamt wunderschön gezeichnet. Was für ein Erlebnis!

Oberbergbach Bachsaibling

Der schwarzen Sedge-Suchfliege können zahlreiche Saiblinge aller Altersklassen nicht widerstehen

Detailaufnahme der hervorstehenden Wiesenkante, Unterschlupf für die Bachsaiblinge, die sich vor dem Wintereinbruch noch ordentlich satt fressen

Nachdem sich die diversen Seitenarme zu einem einzigen Gerinne vereinigt haben, wird der Oberbergbach zu einem typischen Hochgebirgsbach, aber mit nur moderater Neigung. Mehr oder weniger tiefe Gumpen wechseln sich nun ab und bieten den Flossenträgern vielfältige Lebensbedingungen mit unzähligen Unterständen (Geodaten: 47.092490, 11.192788). Die vielversprechendsten Spots sind mal mehr und mal weniger gut erreichbar, da teilweise dichter Bewuchs mit Alpenrosen den Gewässerverlauf säumt. Aber mit etwas Kraxeln kommt man überall hin. Und immer wieder dasselbe Bild: dort wo man einen Fisch vermutet, steht ein Fisch (und beißt auch noch zu).

Oberbergbach Oberiss Alm

Im Bereich vor und nach der Brücke gibt es vielversprechende Standorte die es vorsichtig und gründlich abzufischen gilt

Oberbergbach Oberiss Alm

In Alpenrosen eingebettete Hotspots im obersten Bereich des Oberbergbaches

Oberbergbach Seesaibling

Selbst dieser kleine Saibling ließ es sich nicht nehmen, nach unserer Trockenfliege zu schnappen

Falls du auch mal hier fischen solltest, bitten wir dich, sehr sorgsam und vorsichtig mit den Flossenträgern und mit diesem Lebensraum umzugehen. Es wäre ewig schade, so ein Naturjuwel negativ zu beinträchtigen oder gar zu verlieren.

Fazit: der oberste Bereich des Oberbergbaches ist landschaftlich sehr reizvoll und gibt auch fischereilich sehr viel her. Die wunderschön gezeichneten und steigfreudigen Bachsaiblinge sind eine Augenweide und lassen einen demütig werden, angesichts des extremen Lebensraumes, in welchem sie scheinbar mühelos zurechtkommen.

Oberbergbach Oberiss

Blick von der Oberissalm talauswärts

3.2 Der mittlere Abschnitt des Oberbergbaches

Als wir mit Reini talauswärts fahren, halten wir nochmals kurz an, um im mittleren Abschnitt des Oberbergbaches beim Weiler Seduck (Geodaten: 47.114141, 11.234401) einige Würfe zu versuchen. Hier ist das Gewässer bereits merklich größer als im obersten Bereich, aber immer noch recht klein.

Oberbergbach

Im mittleren Abschnitt ist der Oberbergbach bereits deutlich größer und bietet immer wieder gute Unterstände auch für Adultfische

Die abwechslungsreiche Gewässerstruktur mit teils tieferen Gumpen sorgt dafür, dass auch hier Adultfische ein gutes Auskommen finden. Es verstärkt sich nochmals unser Eindruck, dass der Oberbergbach eine ausgesprochen hohe Fischdichte aufweist, da wir schon nach einigen Würfen den ersten Flossenträger mit unserer gut sichtbaren und gut schwimmenden Suchfliege überlisten können.

Oberbergbach

Sehr schön gezeichneter Bachsaibling, überlistet mit der Trockenfliege

Oberbergbach

Auch dieser Gumpen hat unsere Erwartung erfüllt :)

Oberbergbach

Es gibt immer wieder Stellen, die es zu befischen lohnt

Oberbergbach

Misstrauische aber friedliche Beobachterin am Rande

Oberbergbach

Blick bergwärts nach Sonnenuntergang, unsere Fliegenruten hatten wir bereits eingepackt

Tipp: Um nicht dauernd auf das Auto angewiesen zu sein, empfiehlt es sich, den Oberbergbach so zu befischen, wie Reini es macht: Im Sommer lässt er sich ab und zu von seiner Frau zum mittleren Abschnitt des Oberbergbaches hochfahren. Von hier aus fischt er gemütlich bergwärts, indem er augenscheinlich weniger gute Stellen einfach auslässt, bis er schließlich nach rund einem halben Tag auf der Oberissalm ankommt und dort von seiner Frau wieder abgeholt wird. Die Oberissalm ist übrigens bewirtschaftet und bietet Übernachtungsmöglichkeiten an.

4. Technik und Ausrüstung

Für die Ruetz und den Oberbergbach eignet sich am besten eine Fliegenrute der Klasse #4 oder 5 mit 8 bis 8,6 Fuß Länge, bestückt mit einer Schwimmschnur (WF oder DT) auf einer einfachen Fliegenrolle.

Zum klassischen Fliegenfischen mit der Nymphe empfehlen wir ein Vorfach aus Fluorcarbon, zusammengestellt aus zwei Teilen unterschiedlichen Durchmessers, die mit Hilfe eines Vorfachringes (Pitzenbauer-Ring) verbunden werden. Das hintere dickere Teil des Vorfachs beträgt ca. 1/3 der Rutenlänge, das vordere dünnere ca. 2/3. Eine ideale Vorfachkombination für die Ruetz ist z.B. 0,22 mm + 0,18 mm. Eine Vorfachspitze unter 0,16 mm ist nicht ratsam, da die Ruetz zahlreiche Wildfische über 40 cm Länge beheimatet, die sehr kampfstark sind. Ein Bissanzeiger ist hilfreich.

Für das Fliegenfischen mit der Trockenfliege ist ein konisches Vorfach (knotenlos oder geknotet) mit 2,7 bis 3,6 Metern Länge ideal, wobei die Vorfachspitze für die Ruetz nicht unter 0,16 mm liegen sollte, für den Oberbergbach nicht unter 0,14 mm.

Was die Fliegen anbelangt, sind die Flossenträger in der Ruetz und im Oberbergbach nicht sehr wählerisch, sofern die Größe halbwegs passt. Du brauchst dir also nicht extra neue Fliegenmuster kaufen. Aber natürlich kannst du das gerne hier :)

Zum Nymphenfischen im Frühjahr und Herbst empfehlen wir dir für die Ruetz eher kleinere Muster in den Hakengrößen von 14 bis 16, mit Tungstenperlen zwischen 3,5 und 2,5 mm Durchmesser. Wir waren mit zwei montierten Nymphen (Hauptnymphe und Springer) ausgesprochen erfolgreich. Reini fischt hingegen oft nur mit einer Nymphe. Bei höherem Wasserstand  im Sommer empfehlen wir größere Tungstennymphen in den Hakengrößen von 10-12 mit Tungstenperlen zwischen 4 und 3,5 mm.

Diese Muster hat uns Reini empfohlen, sie passen also garantiert (Achtung, Widerhaken eindrücken): TUG001, TUG002, TUG004, TUG010, TUG033, TUG076

In deiner Fliegenbox solltet du außerdem einige Trockenfliegenmuster haben, von großen voluminösen Suchmustern (meist Imitationen von Köcherfliegen, aber auch Stimulator-Fliegen) auf Hakengröße 10 bis 12 für schnellere Abschnitte bis hin zu einigen Imitationen von Eintagsfliegen auf Hakengröße 14-16 für ruhige Abschnitte bzw. zum Äschenfischen, am besten aus CDC-Federn.

Reini hat uns diese empfohlen (Widerhaken eindrücken):

Eine vernünftige Watausrüstung, bestehend aus zumindest hüfthohen Wathosen, rutschfesten Watschuhen und Polbrillen ist unabdingbar, sofern du in der Ruetz waten möchtest (was im Herbst und Frühjahr, also in Niederwasserperioden schon sinnvoll ist, um nicht immer aus dem Gewässer aussteigen zu müssen, wenn du von einem Standort zum nächsten wechselst).

Der Oberbergbach lässt sich auch mit normalen kniehohen Anglerstiefeln (rutschfest!) oder mit guten Bergschuhen befischen. Hier raten wir dir von brusthohen Wathosen ab, da sie nur unnötigen Ballast darstellen.

Die Verwendung eines Watkeschers mit Schonnetz ist sinnvoll, um die gefangenen Fische schonend zurücksetzen zu können und den Drill so kurz als möglich zu halten.

INFOKASTEN RUETZ & OBERBERGBACH:

Bewertung: 1/5 = mies, 5/5 = spitze

  • Land: Tirol (A)
  • Ort: Stubaital
  • Reviernummer: 2041
    • Ruetz: Länge ca. 19 km, von 1.000 m - 1.600  Meereshöhe
    • Oberbergbach: Länge ca. 9 km, von 1.000 m - 1800 m ü. M.
  • Kartenausgabe:
    • Digital über das Portal Hejfish
    • In Papierform beim Gemeindeamt in Neustift, von MO-FR Vormittag
    • 35 € für das gesamte Revier (catch & release)
    • Wie überall in Tirol ist zur Ausübung der Fischerei zusätzlich die "Tiroler Gastfischerkarte" notwendig. Sie kostet 25 €, ist 2 Wochen gültig und kann ebenfalls online über Hejfish oder das Gemeindeamt Neutift erworben werden.
  • Bewirtschafter:
  • Schönheit Landschaft: 4/5
  • Touristisches Angebot: 5/5
  • Fliegenfischersaison: Mitte April bis Mitte Oktober
  • Erlaubte Technik & Köder (Details siehe Seite FV Neustift):
    • Fliegenfischen ohne Widerhaken, max. 2 Fliegen auf Einzelhaken
    • Catch and release (no kill)
  • Beste Techniken:
    • Warme Witterung im Sommer und Herbst: Trockenfliege
    • Kalte Witterung und gesamte Saison: Beschwerte Nymphe
  • Zielfische Ruetz:
    • Bachforelle (60 %)
    • Äsche (20 %)
    • Regenbogenforelle (15 %)
    • Bachsaibling (5 %)
  • Zielfische Oberbergbach:
    • Bachsaibling (90 %)
    • Bachforelle (10 %)
  • Schwierigkeitsgrad:
    • Ruetz: mittel bis schwierig
    • Oberbergbach: leicht bis mittel
  • Erreichbarkeit Revier: 5/5
  • Zugänglichkeit Gewässer: 4/5
  • Wildfischbestand: 5/5
  • Gesamtnote Ruetz (Kategorie mittelgroße Gewässer): 4/5
  • Gesamtnote Oberbergbach (Kategorie kleine Gewässer): 4/5
Ruetz und Oberbergbach im Frühherbst

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